HINSCHAUN! POGLEJMO. / 2025
Kärnten und der Nationalsozialismus/ Koroška in nacionalsocializem
section.a: Kurator:in gemeinsam mit Peter Pirker
Im Zuge des Erinnerungsjahres/ Leto spominjanja 2025 in Kärnten durften wir, in enger Zusammenarbeit mit dem Historiker Peter Pirker, die Sonderausstellung HINSCHAUEN! POGLEJMO. im Kärnten Museum Klagenfurt kuratieren.
In der Ausstellung begeben wir uns auf die Suche nach einem Erinnern jenseits der dominanten Narrative: Nicht aufgearbeitete Aspekte der NS-Herrschaft und der Kriegsführung sowie deren Nachwirkungen in Kärnten nach 1945 werden anhand von Objekten, Fotografien, Karten, Dokumenten, Biografien, Plakaten, Literatur und Kunst beleuchtet.
Die Rolle von Justiz, Politik und Institutionen wie Museen als Orte hegemonialer Geschichtsschreibung steht ebenso im Fokus wie das persönliche Erleben des Nationalsozialismus und dessen Weiterwirken in der Gegenwart. Über das Jahr hinweg, begleitet von verschiedenen künstlerischen Interventionen, Vorträgen, Diskussionsrunden und Workshops, macht unsere Ausstellung gesellschaftlich und politisch Verdrängtes, vermeintlich Vergessenes und Übersehenes der Kärntner Geschichte seit 1938 sichtbar. Wir befragen unser Verständnis von Demokratie und Gesellschaft und schaffen Raum für alternative Zukunftsvorstellungen. Kurz gesagt: HINSCHAUEN! POGLEJMO. ermöglicht Erinnern der Kärntner NS-Vergangenheit und deren Nachgeschichte anders als es lange der Fall war – mit offenem Blick, ohne Wenn und Aber. Wir fragen: Was ist geschehen? Wie wurde erinnert? Und was bedeutet das für unsere Gegenwart? Und fordern im Zuge der Ausstellung alle Besucher:innen zum Hinschauen auf.
Auftraggeber: kärnten.museum
Wissenschaftliches Konzept: Peter Pirker
Künstler:innen: Birgit Bachmann, Manfred Bockelmann, Catrin Bolt, Friedemann Derschmidt und Alaa Alkurdi, Tatiana Lecomte, Dana Rausch, Robert Schabus, Nicole Six und Paul Petritsch mit Jakob Holzer, Karl Vouk, zweintopf
Ausstellungsgestaltung: breadedEscalope und Benedikt Haid
Ausstellungszeitung: Gemeinsam Hinschaun/ Poglejmo skupaj. Geschichten des Widerstands/ Zgobde o uporu
Partner:innen: Land Kärnten Kultur, Land Kärnten Volksgruppenbüro, AK Kärnten, Offner Holz, Wienerberger, Ziegelverband, Zukunftsfonds, Hans Sima Privatstiftung, Why Not Productions, Les Filmes Aleph, Verein Memorial Kärnten/Koršsca - Initiative Domplatz, Slowenischer Kulturverein Radsberg/ Slovensko društvo Radis3e, Verband der Kärntner Partisanen und Freunde des antifaschistischen Widerstands/ Zveza koros3kih partizanov in prijateljev protifas3istčnega odpora
Ausstellungsdauer: 09. Mai bis 25. Oktober 2025, Kärnten Museum Klagenfurt
Auftakt: 11. Februar 2026
Literatur ist mehr als nur Text. Sie ist ein sozialer Raum, ein Ort der Aushandlung, der Erinnerung und der Imagination. Sie entsteht im Schreiben, entfaltet sich im Lesen und gewinnt ihre gesellschaftliche Relevanz im Teilen, Diskutieren und Erfahren.
Vor diesem Hintergrund kuratieren wir gemeinsam mit dem Fachbeirat des Kulturgremiums ein Schwerpunktjahr, das sich nicht als singuläres Event versteht, sondern als strukturgebender Prozess, der bestehende Praktiken sichtbar macht, vernetzt und nachhaltig stärkt.
Auftaktveranstaltung
Mittwoch, 11.02.2026, 17:00
Robert-Musil-Institut
Bahnhofstraße 50, 1. Stock
9020 Klagenfurt / Celovec
Programmpräsentation
Christine Haupt-Stummer, Andreas Krištof, Doris Moser, Dominik Srienc
Eröffnung
Landeshauptmann Peter Kaiser
Kulturreferent des Landes Kärnten
Bookoskop
Bianca Braunshofer
Literarisch-Musikalische Intervention
Lena Kolter
26. bis 30. Jänner 2026
Nach ihrer Präsentation 2025 im kärnten-museum in Klagenfurt findet die Ausstellung Hinschaun! Poglejmo. nun eine Fortsetzung und wandert nach Ljubljana. Dort ist sie in der Nationalversammlung der Republik Slowenien zu sehen. Das freut uns sehr!
Hinschaun! Poglejmo. verknüpft die NS-Herrschaft in Kärnten mit Schauplätzen von Krieg, Repression und Massenmord in Norwegen, Polen, Slowenien, Kroatien und Italien. Die Ausstellung rückt Widerstand ebenso in den Fokus wie vergessene Tatorte, kontextualisiert Nachkriegsbiografien neu und nimmt die institutionelle Perspektive des Museums kritisch in den Blick. Wir fragen: Was ist geschehen? Wie wurde erinnert? Und was bedeutet das für unsere Gegenwart?
Nach Slowenien wandert ein Teil dieser Erzählung – und zwar jener, der Aspekte der NS-Herrschaft beleuchtet, die für die verwobene Geschichte Österreichs und Sloweniens besonders bedeutsam sind.
09. Mai bis 22. November 2026
Für den Österreichischen Pavillon führt die Performance-Künstlerin Florentina Holzinger ihre Recherche zum Element Wasser weiter und setzt diese zusammen mit der Kuratorin Nora-Swantje Almes erstmals als Inszenierung im Ausstellungsraum um. Wie stets bei Florentina Holzinger steht ein feministischer Zugang zu den Motiven im Mittelpunkt.
Auch für Venedig erforscht sie verschiedene Modi weiblicher Repräsentation und das Potenzial weiblicher Körperlichkeit, indem sie ständig an deren Erweiterung und der Entdeckung neuer Möglichkeiten arbeitet.
13. und 14. Juni 2025
Im Mittelpunkt steht die transformative Kraft des Zuhörens. Zuhören ist weit mehr als das passive Aufnehmen von Information - es ist ein aktiver Akt der Empathie, Solidarität und Mitgestaltung. Es eröffnet neue Perspektiven, fördert Wandel und Widerstand und fordert uns heraus, uns auf radikale Weise mit der Welt auseinanderzusetzen.
Wir freuen uns auf das 5. Mahler Forum für Musik und Gesellschaft!
Das vielfältige Programm beginnt mit einem musikalischen Parcours, der in der Uraufführung des an Tinkara Zupan ergangenen Kompositionsauftrags seinen Höhepunkt findet. Das Ensemble des Alma Mahler Musikvereins unter der Leitung von Alja Klemenc ist erneut für die musikalische Umsetzung verantwortlich. Unter dem Titel "Pingpong und Stille" treten Iris Dankemeyer und Martin Mettin in einen Dialog. Da es um gegenseitiges Zuhören geht, kommt das Publikum auch nicht zu kurz und darf sich auf Circle Singing mit Ivan Beaufils freuen. Beim Komponierhäuschen erwartet uns eine künstlerische Intervention von Toni Schmale.
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